

Bedürfnis: Bedürfnisse entstehen aus dem subjektiven oder objektiven Empfinden eines Mangels, einer individuell oder sozial geprägten Zielsetzung oder eines affektiven Wunsches. Teilbare Bedürfnisse können nach und nach befriedigt werden (z.B. eine Haushaltsausstattung). Unteilbare Bedürfnisse müssen vollständig erfüllt werden (z.B. der Wohnraum). Skalierbare Bedürfnisse können nach und nach in Steigerungen erfüllt werden (z.B. die Qualität von einzelnen Posten der Haushaltsausstattung). Erst der Wunsch ein Bedürfnis auch real zu befriedigen, führt zu wirtschaftlich relevantem Bedarf.
Zu unterscheiden sind ferner wirtschaftlich bedeutende und unbedeutende Bedürfnisse, wobei allerdings zu beachten ist, dass die Unterscheidung wirtschaftshistorisch keine Konstante darstellt. So wurden immer wieder wirtschaftlich unbedeutende Bedüfnisse (z.B. die mobile Telefonie, die lange Zeit nur von kleinen Nutzergruppen nachgefragt wurde) durch entsprechende Produkte (kleine, leichte und preiswerte Mobiltelefone), Veränderungen der Rahmenbedingungen (allgemein wachsende Mobilität der Bevölkerung) und soziale und/oder berufliche Erfordernis (jederzeitige Erreichbarkeit) zu wirtschaftlich relevanten Bedürfnissen. Die Bedürfnisse selbst lassen sich hierarchisch unterscheiden siehe: Bedürfnishierarchie.
Aufgabe der Motivforschung ist es, Bedürfnisse in ihren Ausprägungen, Ursachen und Abhängigkeiten zu erkennen, um daraus bedarfsrelevante Aussagen zu erzeugen. Da Bedürfnisse aber nur zum Teil reflektiert und bewusst sind, können diese nicht immer direkt durch explizite Befragungen oder Testverfahren ermittelt werden, sondern es müssen darüber hinaus implizite und tiefenpsychologische Methoden eingesetzt werden.
In der Marktforschung wird die Analyse von Bedürfnissen und Bedürfnisstrukturen unter anderem als Vorbereitung der Produktentwicklung eingesetzt.
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